Update: 03.02.2010

Der kurzlebige Holzturm
Der Bismarckturm in Bonn-Kessenich

Kommerzienrat Ernst Rolffs aus Poppelsdorf ließ im Jahr 1893 auf eigene Kosten einen hölzernen Bismarckturm auf einem 4 Ar großen Grundstück am sogenannten "Eisernen Weg" (Kessenich) errichten. Dieses Grundstück am Rande des damaligen Exerzierplatzes hatte er zuvor der Bonner Garnisonsverwaltung für 30,30 Mark abgekauft.

Der mit zwei Aussichtsplattformen versehene Turm hatte eine Höhe von 15,3 m. Der 7 m x 7 m große untere Teil des Turmes war mit einem Vordach versehen, welches als Regenschutz diente.

Noch im gleichen Jahr schenkte E. Rolffs der Gemeinde Kessenich das Grundstück nebst Bismarckturm unter der Bedingung, dass die Gemeinde sich um die Überwachung und Erhaltung des Turmes zu sorgen habe.

Am 01.04.1894, zu Bismarcks 79. Geburtstag, wurde der Bismarckturm feierlich eingeweiht. Neben einer Weiherede von Dr. Richard Rosemund aus Poppelsdorf spielte u.a eine Militärkapelle auf.

Der Kessenicher Ortsvorsteher Joseph Schumacher jr. beauftragte einen Turmaufseher, der den Turm zugänglich machte. Von den Plattformen aus konnte man ins Rheintal, zum Siebengebirge und bis in die Eifel schauen.

Der Bismarckturm wurde zu einem beliebten Ausflugsziel. Im Jahr 1903 bestiegen 3.245 Personen den Turm. Am Bismarckturm wurden bis zum Oktober 1904 Limonade und Ansichtskarten, ab dem 01.04.1905 auch Milch, Selterswasser und Backwaren verkauft.

Es ist nicht bekannt, wann der Turm abgerissen worden ist.


Links

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Quelle:

Bernhard Berzheim: "Venusberg - Der Balkon von Bonn", Stadtarchiv Bonn 2001 (siehe links)

Viele weitere Informationen zur Turmgeschichte finden sich im Buch von Bernhard Berzheim (s.l.)
Vielen Dank an B. Berzheim aus Bonn für Informationen und Bildmaterial!