Update: 15.01.2005
Wenige Jahre für Bismarck
Der Bismarckturm in Ratibor

Der Bau dieses Bismarckturms wurde vom Regierungsbaumeister Albach am 08. Juni 1911 angeregt. Nach Bildung eines Arbeitsausschusses wurden der Baumeister, Stadtrat Georg Lüthge und Architekt Bruno Wolter aus Ratibor mit der Entwurfsfertigung beauftragt. Die Ausführung der Arbeiten übernahm das Baugeschäft Georg Lüthge aus Ratibor.

Als Standort des Turmes wählte man Hohenbirken (3 km von Ratibor entferntes Dorf am rechten Ufer der Oder, heute Brzezie/Polen) aus.

Als Baumaterial verwendete man Ziegel, für die Außenflächen (Verblendung) schlesischen Granit. Nach Betreten des Einganges des Turmes mit quadratischem Grundriss (7 m x 7 m) gelangte man in die Bismarck-Gedächtnishalle.

An der Einweihung des Turmes am 18. Oktober 1913 nahmen 40 Vereine und 3.000 Personen teil. Unter den Ehrengästen waren u.a. der Regierungspräsident von Schwerin, Oberbürgermeister Bernet u.v.a.

Regierungsbaumeister Albach hielt eine Festrede und verlas die Schlusssteinurkunde.

Über dem Eingang des Turmes wurde die Inschrift "BISMARCK" angebracht. Am Turmschaft auf der Eingangsseite wurde ein Reichsadlerrelief befestigt. Über eine Innentreppe war die Aussichtsplattform mit aufgesetzter Feuerschale erreichbar.

Die Feuerschale wurde an bestimmten Tagen mit Teer befeuert.

Nach dem 3. Schlesienaufstand und einer durchgeführten Volksbefragung befand sich der Bismarckturm seit 1922 auf polnischem Gebiet. Bereits am 03. Mai 1923 wurde der Bismarckturm in Freiheitsturm umbenannt.

Mitte der 20-er Jahre regte der Verein der Schlesischen Aufständischen die erneute Umbenennung in Boleslav-Chrobry-Denkmal an. Die Einweihung erfolgte im November 1926. Im Erdgeschoss des Turmes wurde eine Kapelle (Heilige Stanislaw-Kostka-Kapelle) eingerichtet.

Am Turm wurde eine Tafel mit Bildnis des Königs, polnischem Adler und der Inschrift (übersetzt):

"Dem Boleslav Chrobry das piastische Volk"

angebracht.

Am 10. November 1933 wurde der Turm gesprengt. Die Ruine des zersprengten Turmes wurde im Januar 1934 zerlegt.

Das Fundament des Turmes ist heute (März 2004) noch sichtbar. Die Mauerreste findet man heute im Ortsteil Debicz im kleinen Waldgebiet der fast parallel verlaufenden Straßen Wiatrakowa und Brzeska. Auf dem dortigen 223 m über NN liegenden Hügel an der Kreuzung zweier Waldwege findet man das Fundament direkt neben der heute stillgelegten Gerberei.

Polnische Version dieser Seite

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  • Dank an E. Grüner aus Bottrop für Bildmotiv und Hinweise!
  • Dank an Marek Moson aus Wroclaw/PL für Übersetzung
  • Dank an Marcin Dziedzic aus Wroclaw für Hinweise!
  • Dank an Piotr Hnatyszyn aus Zabrze/Polen für ergänzende Informationen!
  • Dank an Roman Zimoch aus Rydultowy/Polen für Foto oben rechts!
  • Dank an Rainer Klinger aus München für Fotos, Standortangaben und Koordinaten
  • Dank an Museum in Ratibor, Bilder von der Einweihung vom Bismarckturm (links oben) im Besitz des Museums in Ratibor (Sign. MR-H-4268, MR-H-4269, Foto: Marek Krakowski).
  • Dank an Janusz Zakrzyk aus Kobyla bei Ratibor für Fotos vom Frühjahr 2004
Bismarckturm Ratibor Foto 1913
Bismarckturm Ratibor Enthüllung
Bismarckturm Ratibor Enthüllung
Bismarckturm Ratibor colorierte AK
Abbruch Bismarckturm Ratibor
Fundamentreste Bismarckturm Ratibor 1 [Fotograf: Janusz Zakrzyk aus Kobyla bei Ratibor]
Fotos von den Fundamentresten im Frühjahr 2004

[Fotograf: Janusz Zakrzyk aus Kobyla bei Ratibor]

Fundamentreste Bismarckturm Ratibor 2 [Fotograf: Janusz Zakrzyk aus Kobyla bei Ratibor]
Fundamentreste Bismarckturm Ratibor 3 [Fotograf: Janusz Zakrzyk aus Kobyla bei Ratibor]