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Update: 23.04.2011
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Spenden aus Brasilien Auf dem Schwarzen Berge (76 m über NN), 4 km südwestlich der Stadt Salzwedel, wurde in den Jahren 1899 und 1900 ein Bismarckturm im altmärkischen Baustil errichtet. Bauplanung und Finanzierung Bismarckbegeisterte Bürger aus Salzwedel planten nach dem Aufruf der deutschen Studentenschaft bereits im März 1899 den Bau eines Bismarckturmes in Salzwedel und gründeten ein „Comitee zum Bau des Bismarckthurmes auf dem Schwarzen Berg“. Vorsitzender des Komitees war Steuersekretär Ernst Lohse. Nach Verhandlungen im Kreistag genehmigte der Kgl. Oberpräsident am 24.03.1899 Spendensammlungen für das geplante Bauwerk. Der Spendenaufruf erfolgte Ende März 1899. Friedrich Schwerin aus Ziehnitz erwarb im April 1899 ein 1 Morgen großes Bau-Grundstück auf dem Schwarzen Berg für das Komitee. Bereits im Mai 1899 waren so viele Spendenmittel eingegangen, dass der Bau des Turmes als gesichert galt. Auf dem Baugrundstück wurde zwecks Prüfung der Sichtmöglichkeiten ein 15 m hoher Flaggenmast aufgestellt. Bis Juli 1899 waren ca. 4.000 Mark gesammelt, der Bauentwurf wurde vom Komitee zur Ausführung angenommen. Am 21.07.1899 wurden die steinernen Treppenstufen zum Bauplatz gebracht. Am 02.08.1899 wurde der Bauplatz abgesteckt, am folgenden Tag wurde mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen. Die Maurerarbeiten begannen am 07.08.1899. Ende August 1899 war der wenige Meter hohe Bau bereits aus der Ferne sichtbar. Die 200 kg schwere Fahnenstange konnte am 07.10.1899 auf den Turmkopf aufgesetzt werden. Am 20.10.1899 war der Bau des Turmes trotz schlechter Wasserversorgung am Baugrundstück - fast vollendet, einige Arbeiten (Dachbekleidung, Einsetzen der Fenster und Wappenschilde) konnten erst im März 1900 durchgeführt werden. Im November 1899 erhielt das Komitee eine Schankkonzession, die für Sonn- und Festtage gültig war. Zudem erwarb das Komitee noch einen Morgen zusätzliches Land, um gärtnerische Anlagen am Turm anzulegen. Zudem wurde Bauland für einen direkten Zugangsweg von der Chaussee nach Evesdorf zum Turm gekauft. Consul Otto Prüße aus Brasilien (geboren in Salzwedel) spendete für den Bismarckturm 2.000 Mark, ein größerer Betrag wurde auch von dem in Spanien tätigen Konsul Hillger gespendet. Bauarbeiten Entworfen wurde der Aussichtsturm mit Befeuerungsmöglichkeit von Kreisbaumeister Karl Hartmann aus Salzwedel, der gleichzeitig auch Oberbauleiter war. Ausgeführt wurden die Arbeiten von Maurermeister und Architekt Albert Strauchenbruch aus Salzwedel. Als Baumaterial für den Aussichtsturm mit abnehmbaren Feuerkorb (Angaben zum Feuerkorb nicht gesichert) wurden rote Backsteinziegel verwendet. Die Grundsteinlegung erfolgte am 02. August 1899. Baubeschreibung Der 25 m hohe, viereckige Turm mit einer Grundfläche von 4,2 m x 4,2 m ist ein Ziegelrohbau, der im altmärkischen Baustil errichtet worden ist. Der Turmkörper verjüngt sich leicht nach oben, am Turmkopf unterhalb der Plattform kragt das Bauwerk nach allen Seiten leicht aus. An einer Seite ist der Turm in Höhe der Plattform mit einem seitlichen achteckigen Erkertürmchen (1,7 m x 1,7 m) versehen. Die zinnenbekrönte Aussichtsplattform ist in einer Höhe von 19 m und hat eine Größe von 3,74 m x 3,74 m (innen: 3,30 m x 3,30 m). Den leicht zurückgesetzten Eingangsbereich (Gittertür 95 cm x 185 cm) erreicht man über fünf Steinstufen und über zwei flache Steinstufen den Eingang im Norden. Von dort aus gelangt man über eine linksdrehende Wendeltreppe mit 63 Steinstufen und eine rechtsdrehende Wendeltreppe mit 12 Stufen aus Eichenholz zur Aussichtsplattform (insgesamt 80 Stufen). Das Erkertürmchen wurde mit einem Kupferdach (von Kupferschmiedemeister Hermann Rossau) versehen, auf welchem ursprünglich die Flaggenstange angebracht wurde. Auf jeder Seite des Turmes sind mehrere Fenster, teils spitzbogig, teils mit einer Abstufung versehen, angebracht. Um den Bismarckturm, außer auf der Eingangsseite, wurde im Abstand von 40 cm zum Turm ein 40 cm breiter Steinwall angelegt. Über dem Eingang wurde eine mit Widmungstafel (126 cm x 26 cm) mit der Inschrift "DEM FUERSTEN BISMARCK, DES GROSSEN KAISERS angebracht (rechts und links davon jeweils 75 cm x 85 cm große Wappen der Altmark und Wappen von Bismarck aus Sandstein, gefertigt von Bildhauer Oskar Mühle aus Perver). Die Schlosserarbeiten wurden von Karl Zwickhardt und Wilhelm Müller durchgeführt. Die Fenster aus Kantglas mit Bleieinfassungen fertigte Glasermeister Wilhelm Müller. Einweihung Am Sonntag, den 01.04.1900 nahmen mehrere Tausend Bürger aus dem Kreis Salzwedel und der Altmark an der Einweihung teil. Nach Ansprache des Komiteevorsitzenden Ernst Lohse übergab dieser - nach drei Kanonenschüssen - den Bismarckturm an den Landrat des Kreises, Major a.D. Werner von der Schulenburg. Dieser hielt daraufhin eine markige Festrede. Dem Landrat wurde nach dieser Rede ein vergoldeter Turmschlüssel übergeben (von Goldarbeiter Schramm aus Salzwedel). Abends wurde ein Feuer auf dem Turm entzündet. An diesem Tag bestiegen fast 900 Besucher den Turm. Geschichte des Bauwerks Am Turmkopf des Bauwerkes wurde ursprünglich ein abnehmbarer Feuerkorb angebracht. Nach der Einweihung wurden mehrere Befeuerungen zu Ehren Bismarcks als "Feuerwerk" vorgenommen [nachgewiesen 1913, 01.04.1923 (4 Wachsfackeln, 4 bengalische Zylinderflaschen) und 1933 (4 bengalische Flammen, 2 Fackeln, 6 Raketen)]. Auf der Ostseite des Turmes (vom Eingang des Turmes links gesehen) wurde nach der Einweihung (Datum unbekannt) ein kleines Häuschen mit einer Grundfläche von 2,3 m x 2,3 m gebaut, welches nach 1991 abgerissen worden ist. Im September 1908 sollte eine neue Flaggenstange besorgt werden, da die alte defekt war. Erste Schäden zeigten sich im Mai 1911, als Teile der Zementbekrönung abfielen. Im Juni 1918 wurden Schäden am Eingangsbereich und den Sandsteinstufen festgestellt. Die Schäden wurden von Maurermeister Strauch beseitigt (Kosten: 430 Mark). Anfang 1923 wurden fünf Kupferplatten des Daches entwendet. Der Kreisausschuss beschloss daraufhin am 05.02.1923, dass der Turm abgeschlossen und das Dach mit Schiefer gedeckt werden sollte. Die Arbeiten wurden von der Fa. Krüger für 200.000 Mark (Inflationszeit) durchgeführt. Der Bismarckturm wurde Anfang der 1990er Jahre saniert und steht unter Denkmalschutz. Die Fenster hatten im Jahr 1991 bereits keine Fenstergläser mehr. Im Jahr 2010 zeigt sich der Bismarckturm ziemlich verwahrlost (bröckelige Backsteine im unteren Bereich, Turm an mehreren Stellen verschmiert) und dringend sanierungsbedürftig. Der Turm war bis Frühjahr 2010 ganzjährig geöffnet. Der im Jahr 2010 gegründete Preußen Verein Altmark setzt sich im April 2011 für die Sanierung des Bismarckturmes ein. Die Sanierungskosten werden auf 80.000 EURO geschätzt. Es ist geplant, das Areal um den Bismarckturm zu bewirtschaften. Links Quellen: - Seele, Sieglinde, Mannheim (Archiv Seele): Bismarck-Turm von Salzwedel (Sachsen-Anhalt) Fotograf: Hans-Dieter Hirschmann, Haßloch (April 2006) © 2001 - 2011 Text und Bilder (außer anders angegeben) - www.bismarcktuerme.de [Impressum] |
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